LOHENGRIN

Romantische Oper in drei Aufzügen (1850)

Eine Koproduktion mit dem Shanghai Grand Theatre

Komponist Richard Wagner. Libretto von Richard Wagner. In deutscher Sprache mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Neuproduktion.

Samstag, 03. Dezember 2022, 16.45 Uhr, Nationaltheater.

Dauer ca. 4 Stunden


1. Akt (ca. 19.00 - 20.40 Uhr) Pause (ca. 20.40 - 21.10 Uhr) 2. Akt (ca. 21.10 - 22.50 Uhr)



BESETZUNG

Musikalische LeitungFrançois-Xavier Roth
InszenierungKornél Mundruczó
BühneMonika Pormale
KostümeAnna Axer-Fijalkowska
LichtFelice Ross
DramaturgieKata Wéber Malte Krasting
ChorTilman Michael
Heinrich der VoglerMika Kares
LohengrinKlaus Florian Vogt
Elsa von BrabantJohanni van Oostrum
Friedrich von TelramundJohan Reuter
OrtrudAnja Kampe
Heerrufer des KönigsAndrè Schuen
Brabantische EdleLiam Bonthrone Granit Musliu Gabriel Rollinson Roman Chabaranok
4 EdelknabenSolist(en) des Tölzer Knabenchors
Bayerisches Staatsorchester Bayerischer Staatsopernchor und Extrachor der Bayerischen Staatsoper

 

BESCHREIBUNG

Der ungarische Film- und Theaterregisseur Kornél Mundruczó, dessen Produktionen auf den weltweit bedeutenden Festivals und Bühnen gezeigt werden, arbeitet seit einigen Jahren auch im Opernbereich. Seine Inszenierung von Die Sache Makropulos (2016) an der Vlaamse Opera wurde für die International Opera Awards nominiert, im vergangenen Jahr inszenierte er die Uraufführung von Peter Eötvös’ Oper Sleepless an der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Außerdem ist er Gründer und Leiter der unabhängigen Theatergruppe Proton Theater. Mit seinem Team (darunter die Bühnenbildnerin Monika Pormale und die Kostümbildnerin Ania Axer) gibt er nun sein Debüt an der Bayerischen Staatsoper. Die Musikalische Leitung hat, erstmals bei einer Opernproduktion an diesem Haus, der Dirigent François-Xavier Roth, der für historisch informierte Aufführungspraxis ebenso wie für ungewöhnliche Programmkombinationen bekannt ist und regelmäßig von Spitzenorchestern eingeladen wird. Klaus Florian Vogt singt die Titelpartie, als Elsa wird  Johanni van Oostrum zu erleben sein.

ZUR INSZENIERUNG

Ein kleiner Junge ist verschwunden, der Thronfolger eines alten Reiches. Die Schwester wird seines Todes beschuldigt. Statt sich zu verteidigen, ruft sie eine Traumgestalt an, ihr zur Seite zu stehen. Und ihr Ritter, er kommt tatsächlich, gewinnt ihre Sache und ihr Herz. Nur wer er eigentlich sei, das soll sie nie fragen. Elsa und Lohengrin könnten nun ein glückliches Herrscherpaar sein. Doch das Frageverbot steht dem Erkenntnisdrang entgegen, dem romantischen Wunder widersetzt sich das Wissenwollen, Aufklärung verträgt sich nicht mit blindem Glauben. Die Zweifel, die ihre Widersacher in Elsa wachrufen – Ortrud, die den alten Göttern anhängt, und Telramund, der seine Ehre verloren hat –, sind in jedem Menschen von Natur aus gesät. In Wagners Musik gewinnt das Verführerische wie das Riskante von Lohengrins Wunsch Ausdruck, der sich eine Liebe um seiner selbst ersehnt. Die Neuinszenierung von Kornél Mundruczó forscht dem ambivalenten Potential nach, das in dem Entwurf eines dem Normalen überlegenen, mit überirdischen Kräften versehenen Menschen liegt. Für ihn ist Lohengrin „die provokanteste inhumane Figur im gesamten Opernkosmos“. Die Handlung spielt in einer posthumanen Welt, in der eine Gruppe von Überlebenden voller Angst und voller Fragen auf Erlösung hofft.