DIE NASE (NOS)

Aufzeichnung vom Mittwoch, 27. Oktober 2021, Nationaltheater.

Oper in drei Akten und einem Epilog von Dmitri Schostakowitsch (1927/1928)
Libretto von Dmitri Schostakowitsch, Jewgeni Iwanowitsch Samjatin und Aleksandr Preis nach der gleichnamigen Novelle von Nikolai Gogol.
In russischer Sprache



INHALT

Eine Nase macht sich selbstständig. Sie hinterlässt im Gesicht ihres Besitzers eine peinliche Leerstelle, maßt sich eine gesellschaftliche Position an und stolziert im Staatsratskostüm über den Newskji-Prospekt in Sankt Petersburg. Ihr ramponierter Eigentümer Kowaljow verliert sich in einer aberwitzigen Suche nach seinem Statussymbol.

Wem gebührt hier die Krone: Kovaljov oder seiner Nase? Ein absurder Albtraum um Verlustängste und Paranoia, um entmenschlichte Physiognomien und das Herausfallen aus der Norm. Und was, wenn die Nase als stolzes Signum charakterlicher Größe allenthalben nur angeklebt wäre?

BESETZUNG

Musikalische LeitungVladimir Jurowski
Regie, Bühne, Kostüme Kirill Serebrennikov
Co RegieEvgeny Kulagin
KostümeTatyana Dolmatovskaya
MaskenShalva Nikvashvili
LichtMichael Bauer
VideoAlan MandelshtamAlexey Fokin
Musikdramaturgische MitarbeitDaniil Orlov
ChöreStellario Fagone
DramaturgieKatja LeclercKatharina OrtmannLaura Schmidt
Platon Kusmič KovaljovBoris Pinkhasovich
Ivan JakovlevičSergei Leiferkus
Praskovja OsipovnaLaura Aikin
Reviervorsteher der PolizeiAndrey Popov
IvanSergey Skorokhodov
Die NaseAnton Rositskiy
Lakai der GräfinSean Michael Plumb
Beamter der AnnoncenredaktionGennady Bezzubenkov
1. HausknechtMartin Snell
2. HausknechtPiotr Micinski
3. HausknechtMilan Siljanov
4. HausknechtBálint Szabó
5. HausknechtAndrew Hamilton
6. HausknechtTheodore Platt
7. HausknechtAndrew Gilstrap
8. HausknechtRoman Chabaranok
1. PolizistRoman Chabaranok
2. PolizistTansel Akzeybek
3. PolizistPiotr Micinski
4. PolizistMilan Siljanov
5. PolizistAlexander Fedorov
6. PolizistAndrew Gilstrap
7. PolizistArmando Elizondo
8. PolizistGranit Musliu
9. PolizistVasily Efimov
10. PolizistMartin Snell
VaterGennady Bezzubenkov
MutterLaura Aikin
1. SohnSergey Skorokhodov
2. SohnTheodore Platt
Pjotr FjodorovičUlrich Reß
Ivan IvanovičSean Michael Plumb
Alte ehrwürdige DameDoris Soffel
HändlerinEliza Boom
ArztGennady Bezzubenkov
Jarischkin, ein Freund des KovaljovTansel Akzeybek
Podtočina Pelageja Grigorjevna Alexandra Durseneva
Ihre TochterMirjam Mesak
1. HerrTansel Akzeybek
2. HerrAlexander Fedorov
3. HerrGranit Musliu
4. HerrMartin Snell
5. HerrRoman Chabaranok
6. HerrAndrew Gilstrap
7. HerrVasily Efimov
Ein alter MannAnton Rositskiy
1. NeuankömmlingAnton Rositskiy
2. NeuankömmlingGennady Bezzubenkov
SpekulantMilan Siljanov
Verdienter OberstAnton Rositskiy
1. GeckAlexander Fedorov
2. GeckPiotr Micinski
1. StudentTansel Akzeybek
2. StudentGranit Musliu
3. StudentTheodore Platt
4. StudentBálint Szabó
5. StudentVasily Efimov
6. StudentArmando Elizondo
7. StudentUlrich Reß
8. StudentSean Michael Plumb
Ehrwürdige DameLaura Aikin
1. Bekannter KovaljovsMartin Snell
Ein anderer Bekannter KovaljovsUlrich Reß
3. Bekannter KovaljovsPiotr Micinski
WächterBálint Szabó
HeiduckBálint Szabó
Pförtner des PolizeichefsAnton Rositskiy
DroschkenkutscherBálint Szabó
KutscherBálint Szabó
Sopransolo (Kasaner Kathedrale)Mirjam Mesak
Tenorsolo (Kasaner Kathedrale)Sergey Skorokhodov
EunuchenMatthias DählingChanghoun EoBrennan HallKiuk KimAleksandar TimoticMeili Li
Bayerisches Staatsorchester
Chor der Bayerischen Staatsoper

BESCHREIBUNG

Der 21-jährige Schostakowitsch übt mit seinem Opernerstling eine ätzende Kritik am post-zaristischen, von Weltkrieg, blutigstem Bürgerkrieg und zunehmendem Staatsterror gebeutelten Russland. Das Bild einer brutalen Gesellschaft voller körperlich und seelisch entstellter Duckmäuser und Gewalttäter wird musikalisch eingefangen im grotesken Wechsel verschiedenster Stilebenen: Zirkusmusik und russisch-orthodoxe Kirchenmusik, Galopp, Polka, Märsche und Fugen werden in filmischer Drastik gegeneinander geschnitten. Hinter dem beißenden Witz lauern Angst und Gewalt.

Vladimir Jurowski, der neue Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, und Kirill Serebrennikov, russischer Theater-, Opern-, Ballett-, Film- und Fernsehregisseur, arbeiten im Rahmen der Neuinszenierung von Die Nase erstmals zusammen. Kiril Serebrennikov zeichnet sowohl für die Regie, als auch die Bühne, Video und Kostüme verantwortlich und wird hierbei unterstützt von mehreren engen Mitarbeiter:innen. Kirill Serebrennikov wurde in Rostov-on-Don geboren und schloss hier 1992 sein Physikstudium ab. Während des Studiums nahm er autodidaktisch seine Arbeit als Theater-, Opern-, Film-, und Fernsehregisseur sowie Kostümbildner auf. Salome an der Oper Stuttgart sowie Il barbiere di Siviglia an der Komischen Oper Berlin waren erste viel beachtete Arbeiten, die Serebrennikov einem Publikum außerhalb Russlands präsentieren konnte. Im März 2020 debütierte er mit seinem ersten Schauspiel in Deutschland, wo er am Deutschen Theater Berlin seine Bearbeitung von Giovanni Boccaccios Decamerone inszenierte. 2021 feierte seine Neuproduktion von Parsifal an der Wiener Staatsoper Premiere. Für sein Filmschaffen wurde Serebrennikov beim Filmfestival in Cannes 2016 ausgezeichnet. Weitere Filme wurden bei den Filmfestivals in Rom, Locarno und Venedig gezeigt und für den Goldenen Löwen sowie für den Grand Prix of Kinotavr in Sochi nominiert. Seit 2012 ist Serebrennikov Künstlerischer Leiter des Gogol Center in Moskau.